Manchmal genügt ein Schritt, und die Welt wird stiller.
Die Luft ist kühl. Die Umgebung verlassen. Wege ohne Namen. Wald. Felder. Offene Landschaft. Ich gehe. Nicht, um anzukommen. Sondern um unterwegs zu sein. Feuchtes Laub saugt jeden Schritt auf. Moos gibt nach. Ein alter Forstweg verliert sich zwischen Farn und Brombeeren. Rinde löst sich von einer Birke, hängt wie Papier am Stamm. Ein Reh war hier. Nicht lange her. Der Wald schließt sich wieder. Nichts bleibt offen.
Beim Wandern klärt sich nichts von selbst. Aber Überflüssiges fällt ab. Gedanken werden kürzer, Schritte gleichmäßiger. Der Weg verhandelt nicht. Er ist da. Kilometer sammeln sich. Zeit verliert an Bedeutung. Es sind diese Stunden draußen. Leise. Unscheinbar. Ehrlich. Und irgendwo zwischen Müdigkeit und Weite entstehen Geschichten. Keine großen. Sondern die, die bleiben, wenn niemand zusieht.
Ich schreibe das auf. Fotografiere es. Um festzuhalten, was sonst verloren geht. Das Unauffällige. Das Raue. Die stillen Entscheidungen draußen. Wald. Wege. Weite. Geschichten vom Wandern. Und manchmal erzählen sie mehr über mich, als mir lieb ist.
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Torsten Luttmann
Geboren 1981. Ausbildung im Groß- und Außenhandel. Lagerhallen, Paletten, Staub. Holzsplitter in den Händen, Zahlen auf Papier. Später Marketing in einer Bank. Stabsabteilung. Anzüge, Sitzungen, Termine. Jahre mit Ordnung, aber wenig Substanz. Das ist vorbei. Heute meist draußen. Mit seinem Hund Talko. Hügel, Wald, lange Wege. Feldwege, offene Landschaft. Strecken, auf denen nicht immer etwas passiert und genau deshalb etwas bleibt. Er geht. Bleibt stehen. Geht weiter. Fotografiert. Nicht geplant. Eher, wenn etwas hängen bleibt. Licht auf einem Ast. Ein Stein im Gras. Trittsiegel im nassen Boden. Die Kamera ist dabei, aber nicht im Weg. Er schreibt darüber. Nicht als Bericht. Mehr wie eine Spur, die zurückbleibt. Von Wanderungen und Wegen, die sich verlieren. Von Stunden draußen, in denen der Kopf leiser wird. Geschichten vom Wandern. Vom Unterwegssein.

