KANNSTE DIR NICHT AUSDENKEN.
Ein Newsletter über den ganz normalen Wahnsinn.
Über das Single-Leben mit Mitte vierzig. Über Nachrichten, die man dreimal liest, obwohl da eigentlich nur „Okay“ steht. Über Dates, bei denen nach fünf Minuten klar ist, dass man lieber allein einen Döner essen würde. Über Konzerte, viel zu laute Musik, klebrige Böden und diesen einen Refrain, bei dem plötzlich alles wieder richtig ist. Es geht um Partys, auf denen man entweder viel zu früh geht oder morgens irgendwo sitzt und keine Ahnung hat, wann der Abend eigentlich eskaliert ist. Um Kaffee. Um Zigaretten. Um Zugfahrten, spontane Pläne, neue Menschen und alte Geschichten. Es geht um dieses Leben, das selten vernünftig, häufig chaotisch und manchmal verdammt großartig ist. Um Situationen, bei denen man kurz den Kopf schüttelt und denkt: Kannste dir nicht ausdenken.
Musst du auch nicht.
NICHTS VERPASSEN:
Unterwegs gesehen.
NICHT IRGENDWANN
Deine Bucket-List für ein echtes Leben
Es gibt Wörter, die klingen nach Möglichkeit, sind aber eigentlich scheiße. „Nur“ ist so ein Wort. Aber schlimmer ist „irgendwann“. Irgendwann verreise ich. Irgendwann schreibe ich ein Buch. Irgendwann sage ich, was ich wirklich denke. Irgendwann mache ich etwas Verrücktes, aber bitte erst, wenn Konto, Wetter, Rücken und innere Verfassung damit auch wirklich einverstanden sind.
Dieses Buch heißt deshalb NICHT IRGENDWANN. Es ist eine Bucket-List. Nicht, weil du ab morgen barfuß durch Patagonien laufen und dabei deine Kindheit aufarbeiten musst. Es geht einfacher. Du schreibst auf, was du erleben willst. Nicht, was vernünftig klingt. Nicht, was andere erwarten. Sondern das, was in dir leise randaliert.
Erst ganz unsortiert. Dann als Liste mit 100 Dingen. Große. Kleine. Dumme. Mutige. Vielleicht auch welche, bei denen man später sagt: „War unnötig, aber schön.“ Aber genau darum geht es. Um ein Leben, das nicht nur geplant, sondern gemacht wird. Wobei: nicht irgendwann. Genau das hatten wir ja gerade geklärt.
Der Aufbau ist simpel. Zuerst gibt es Platz zum Brainstormen. Dann wird sortiert. Und für jedes Ziel, jedes Vorhaben, jedes Projekt gibt es eine eigene Doppelseite. Also nicht einfach nur eine weitere Liste, die später beleidigt in einer Schublade liegt, sondern ein echter Fahrplan.
Torsten Luttmann
Jahrgang 1981. Erst Groß- und Außenhandel. Lagerhallen, Paletten, Baustoffe und Hände, die abends wussten, dass sie gearbeitet hatten. Später Marketing in einer Bank. Sitzungen, Abstimmungen, Hemden und Kalender, die aussahen, als wäre Ordnung bereits ein Lebensinhalt. War sie nicht.
Heute schreibt und fotografiert er. Über Menschen. Über Aufbrüche. Über Konzerte, Zugfahrten, beschissenen Kaffee, gute Abende und über dieses merkwürdige Leben, das regelmäßig sämtliche Pläne vom Tisch fegt und sich danach unschuldig danebenstellt. Seine Texte sind direkt, warm und manchmal rotzig. Sie tragen keine Krawatte und fragen auch nicht vorher, ob sie irgendwo anecken dürfen. Sie erzählen vom echten Kram. Von Dingen, die wehtun. Von Dingen, die wieder Bock machen. Und von Momenten, in denen plötzlich ein Refrain einsetzt und der ganze verdammte Tag doch noch die Kurve bekommt.
Auch seine Fotos suchen keine perfekte Welt. Keine gestellten Helden. Keine glattgezogenen Wahrheiten. Lieber Menschen, Bewegung, Schweiß, Licht, Nähe und genau den Moment, in dem jemand für eine Sekunde vergisst, wie man angeblich wirken sollte. Torsten beobachtet das Leben. Aber nicht mehr vom Rand. Er steckt mittendrin. Musik an. Kamera auch. Und los.


