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KANNSTE DIR NICHT AUSDENKEN.

Ein Newsletter mit Geschichten von Menschen, die ihre Brille suchen, während sie sie tragen. Von tollen Nachbarn. Von Schwiegermüttern mit unbegrenzter Sendezeit, die auf jede Frage eine Antwort haben und auf jede Antwort noch eine bessere. Von Kaffee, Zigaretten, Zugfahrten und dem ganz normalen Wahnsinn des Alltags.

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Zuletzt notiert.

29. Juni 2026

0 von 100.

26. Juni 2026

Nicht irgendwann.

23. Juni 2026

100 Dinge.

21. Juni 2026

Sechs Normale.

Unterwegs gesehen.

Fotos

Am Nebelhorn.

https://www.torsten-luttmann.de/wp-content/uploads/2026/05/oberstdorf-im-mai-17.jpg 1707 2560 AltenoytherTorsten https://www.torsten-luttmann.de/wp-content/uploads/2026/06/autortorstenluttmann26.svg AltenoytherTorsten2026-05-10 15:28:052026-05-10 15:28:50Am Nebelhorn.

NICHT IRGENDWANN

Deine Bucket-List für ein echtes Leben

Es gibt Wörter, die klingen nach Möglichkeit, sind aber eigentlich scheiße. „Nur“ ist so ein Wort. Aber schlimmer ist „irgendwann“. Irgendwann verreise ich. Irgendwann schreibe ich ein Buch. Irgendwann sage ich, was ich wirklich denke. Irgendwann mache ich etwas Verrücktes, aber bitte erst, wenn Konto, Wetter, Rücken und innere Verfassung damit auch wirklich einverstanden sind.

Dieses Buch heißt deshalb NICHT IRGENDWANN. Es ist eine Bucket-List. Nicht, weil du ab morgen barfuß durch Patagonien laufen und dabei deine Kindheit aufarbeiten musst. Es geht einfacher. Du schreibst auf, was du erleben willst. Nicht, was vernünftig klingt. Nicht, was andere erwarten. Sondern das, was in dir leise randaliert.

Erst ganz unsortiert. Dann als Liste mit 100 Dingen. Große. Kleine. Dumme. Mutige. Vielleicht auch welche, bei denen man später sagt: „War unnötig, aber schön.“ Aber genau darum geht es. Um ein Leben, das nicht nur geplant, sondern gemacht wird. Wobei: nicht irgendwann. Genau das hatten wir ja gerade geklärt.

Der Aufbau ist simpel. Zuerst gibt es Platz zum Brainstormen. Dann wird sortiert. Und für jedes Ziel, jedes Vorhaben, jedes Projekt gibt es eine eigene Doppelseite. Also nicht einfach nur eine weitere Liste, die später beleidigt in einer Schublade liegt, sondern ein echter Fahrplan.

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Es gibt ja Lieder, die hört man nicht einfach. Es Es gibt ja Lieder, die hört man nicht einfach. Es gibt Lieder, die laufen irgendwo im Hintergrund mit. Jahre lang. Bei Autofahrten. Im Zug. Nach guten Tagen. Nach beschissenen Tagen. Und irgendwann gehören sie nicht mehr nur in eine Playlist, sondern zum eigenen Leben.

Sweet Child O’ Mine ist für mich genau so ein Song. Und falls irgendwann der letzte Tag kommt, an dem ich die Augen schließe, dann wünsche ich mir, dass genau dieses Lied das letzte ist, das ich höre. 

Es gäbe deutlich schlechtere Möglichkeiten, sich zu verabschieden.
Ich stand bestimmt fünf Minuten vor dem Schaufenst Ich stand bestimmt fünf Minuten vor dem Schaufenster, was voll lange ist. Nicht, weil ich plötzlich beschlossen hatte, in die Dolomiten auszuwandern oder ab sofort nur noch Outdoorklamotten zu tragen. Wobei… gegen beides hätte ich ehrlich gesagt nichts einzuwenden. 

Nee. Ich mag diese Vorstellung einfach. Rucksack. Loslaufen. Keine Termine. Kein Zeitdruck. Einfach draußen sein. 

Vielleicht bin ich aber auch stehen geblieben, weil ich sowieso noch neue Hosen für den Herbst brauche. Ordentliche Hosen für draußen. Keine, die im Büro gut aussehen. Sondern solche, die Regen, Matsch, Geröll, Lagerfeuer, Bauwagen, Wald und so Freitags-los-und-Sonntags-zurück-Wochenenden mitmachen. Hosen, die dreckig werden dürfen, ohne dass man sich dafür entschuldigen muss.

@nichtirgendwann
Ich laufe gerne über Feldwege. Nicht, weil es dort Ich laufe gerne über Feldwege. Nicht, weil es dort unfassbar schön ist. Meistens liegt da nur Matsch. Oder Staub. Aber immerhin trifft man dort deutlich weniger Menschen. Manchmal sogar gar keine. Und das erhöht die Wahrscheinlichkeit auf einen geilen Spaziergang erheblich.
Mein Gesicht spiegelt meine Stimmung gerade nicht Mein Gesicht spiegelt meine Stimmung gerade nicht wider. Ehrlich gesagt tut es das selten. Innen Pommes und Kino. Außen Finanzamt. Ist seit Jahren so. Kannste nichts machen. 🤷🏻‍♂️
Manchmal sitzt man an einem Fluss, schaut aufs Was Manchmal sitzt man an einem Fluss, schaut aufs Wasser und denkt plötzlich an genau die Person, an die man eigentlich gar nicht denken wollte. Völlig friedlich natürlich. Rein theoretisch.

Verlinkt jemanden, mit dem ihr hier sitzen und völlig friedliche, absolut unverfängliche Gespräche führen würdet. 😂
Früher dachte ich immer, Erwachsene hätten einen P Früher dachte ich immer, Erwachsene hätten einen Plan. So einen richtigen Plan. Mit fünfzehn war ich sogar überzeugt, dass man mit fünfundvierzig morgens aufsteht, Kaffee trinkt und dann ziemlich genau weiß, was man mit seinem Leben anfangen möchte.

Tja. Heute bin ich fünfundvierzig.

Und wenn ich ehrlich bin, verbringe ich immer noch einen großen Teil meines Lebens damit, Dinge herauszufinden, von denen ich glaubte, sie in meinem Alter längst begriffen haben zu müssen. Pustekuchen. Habe ich nicht.

Ich glaube mittlerweile sogar, dass die meisten Menschen deutlich weniger im Griff haben, als sie nach außen zeigen. Man sieht das nur nicht. Man sieht Urlaubsfotos. Beförderungen. Neue Küchen. Autos. Die glücklichen Familienbilder. Was man nicht sieht, sind die Zweifel. Die schlaflosen Nächte. Die Entscheidungen, bei denen man keine Ahnung hat, ob sie richtig sind. Die Momente, in denen man im Auto sitzt, aus dem Fenster schaut und denkt: „Und jetzt?“

Naja. Je älter ich werde, desto mehr habe ich den Eindruck, dass wir alle improvisieren. Die einen etwas eleganter. Die anderen etwas auffälliger. Aber wir improvisieren trotzdem. Nicht immer. Aber oft. Und manchmal sitzt man dann in einem Café, trinkt einen Kaffee, schaut Menschen zu und stellt fest, dass vermutlich gerade jeder hier versucht, sein Leben irgendwie vernünftig auf die Reihe zu bekommen. Und die meisten schaffen das erstaunlich gut. Zumindest sieht es von außen so aus.

Ich jedenfalls bin noch längst nicht fertig damit, herauszufinden, wie das alles funktioniert. Und alles auf die Reihe kriege ich nicht immer.

Egal.

Ich lebe ja auch zum ersten Mal.

Torsten Luttmann

Geboren 1981. Ausbildung im Groß- und Außenhandel. Lagerhallen. Paletten. Staub in der Luft. Holzsplitter in den Händen. Zahlen auf Papier. Später Marketing in einer Bank. Stabsabteilung. Anzüge. Sitzungen. Termine. Jahre mit Ordnung, aber wenig Substanz. Das ist vorbei. Heute schreibt und fotografiert er. Meist aus der Nähe der Dinge. Ein Tisch. Eine Tasse Kaffee. Rauch im Licht. Hände, die etwas festhalten oder loslassen. Die Kamera ist dabei, aber nicht im Weg. Sie wartet, bis ein Moment still genug wird. Kein großes Ereignis. Eher ein Blick. Eine Bewegung. Eine Pause zwischen zwei Sätzen. Er schreibt darüber. Nicht als Erklärung. Mehr wie eine Spur. Kleine Augenblicke, die sonst verschwinden würden. Schwarzer Kaffee. Echte Momente. Geschichten, die bleiben, wenn der Lärm draußen kurz aufhört.

Alle Fotos © 2025 Torsten Luttmann - IMPRESSUM | DATENSCHUTZ
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