Bewerbung

Leben bedeutet doch auch immer irgendwie, ins Handeln zu kommen, oder?

Meine letzte, richtige Bewerbung, so wie man sie früher schrieb, liegt Ewigkeiten zurück. Vielleicht habe ich vor 20 Jahren das letzte Mal einen dieser DIN-A großen, bräunlich wirkenden Umschläge in den Briefkasten geworfen. Fein säuberlich geschrieben, mit Lebenslauf, Lichtbild und all dem Kram, der dazu gehört. Das ich mich nun wieder bewerben möchte, damit hatte ich nicht gerechnet.

Gerade saß ich an meiner Vita. Vita ist die Kurzform für Curriculum Vitae, was im Grunde nichts anderes, als einen Lebenslauf darstellt. Ich schrieb einige persönliche Angaben, meine Kontaktdaten, etwas zu den Bereichen Schule, Ausbildung und Berufserfahrung. Ich schrieb über Qualifikationen, Kenntnisse, Interessen und Hobbys. Wie man es halt so macht, wenn man seinen eigenen, persönlichen Lebenslauf verfasst. Das Fundament einer soliden, seriösen Bewerbung, könnte man meinen. 

Als nächstes folgt ein vollständiges Exposé. Exposé? Ja, dieses enthält alle wichtigen Daten des Manunskriptes, eine kurze Zusammenfassung als auch eine komplette Inhaltsangabe des Werkes, welches ich geschrieben habe. Tatsächlich bewerbe ich mich nicht um eine offene Stelle oder auf ein interessantes Jobangebot, sondern diese Bewerbung geht an eine Literaturagentur in der Hoffnung, dass diese mir dabei hilft, meinen Roman über einen renomierten Verlag zu veröffentlichen. 

Warum eine Literaturagentur?

Im März des letzten Jahres, habe ich mich dazu entschlossen, einen Videokurs zu buchen. Einen, in dem es um das Schreiben, das Verfassen und natürlich um das Veröffentlichen eines Romans ging. Der Lehrer, oder wie es in dem Kurs hieß, der Master war bzw. ist Sebastian Fitzek. Sebastian Fitzek ist ein deutscher Autor, der bereits über 20 Romane erfolgreich veröffentlicht hat. Und auch wenn ich nun nicht der größte Fan seiner Romane bin, es ist ja immer auch Geschmackssache, bin ich davon überzeugt, dass er Ahnung von dem hat, was er macht. 

Tatsächlich fand und finde ich diesen Videokurs bis heute großartig. Noch immer schaue ich mir, wenn ich irgendwelche Fragen habe oder an einem Punkt stehe, an dem ich nicht weiterweiß, einzelne Episoden der rund 23 Kapitel an. Und in einem der Kapitel hat er dazu geraten, sich bei der Veröffentlichung eines Buches an eine Literaturagentur zu wenden. Die Gründe, warum dieses das bessere Vorhaben sind, leuchteten mir gleich ein.  

Die meisten Verlage in Deutschland werden nahezu überschwemmt mit unverlangten Manuskripten. Dazu kommen die Manuskripte der Autorinnen und Autoren, die jeder Verlag betreut. Das nun ein Manuskript eines gänzlich unbekannten Menschen, wie z.B. in meinem Fall, Beachtung findet, ist daher eher unwahrscheinlich. Literaturagenturen, sofern sie ein Manuskript annehmen, können dafür sorgen, dass Bücher tatsächlich gelesen werden. Und die guten, seriösen Agenturen nehmen für die Vermittlung kein Geld. Sie verdienen erst dann, wenn zwischen der Autorin, dem Autor und dem Verlag ein Vertrag entstanden ist. Sie bekommen erst Geld, wenn die Person, die das Buch geschrieben hat, ebenfalls etwas verdient.  

Für mich ist dieser Umstand und die Tatsache, dass eine gute Literaturagentur mir zu diesen Konditionen einen der schwersten Teile dieser Arbeit abnimmt, ein entscheidendes Kriterium gewesen, mich dafür zu entscheiden, mich zu bewerben.

Wie es weiter geht?

Nun geht es also ans Exposé. Ich beschäftige mich darin mit den Figuren, den Handlungen und der Geschichte als solches. Neben einer Leseprobe des Romans möchten die meisten Agenturen ein solches Exposé gerne haben, weil es wahrscheinlich der Entscheidungsphase dienlich ist. Mir hilft es dabei, mir selbst die Geschichte noch einmal vor Augen zu führen. Von daher ist es – für mich – ebenfalls ein wichtiges Werkzeug. 

Ich bin gespannt, wie es weiter gehen wird, was geschehen wird und ob es mein Roman, die von mir geschriebene Geschichte wirklich eines Tages in die Buchhandlungen schaffen wird. Aber bis dahin ist noch einiges zu tun und ehrlich gesagt: Ich freue mich auf die Arbeit. Wie es zukünftig damit weitergeht? Ich werde berichten. Versprochen!