Kraniche 2022

Kraniche

Wer einen Kranich sieht, hat Glück…

Wenn in Schweden vom Vogel des Glücks gesprochen wird, ist er gemeint, der Kranich. Die Ankunft des Kranichs gilt dort als Vorbote des Frühlings, denn mit diesem kehrt das Licht und die Wärme in das Land zurück. Darüber freuen sich die Schweden natürlich. Besonders in den nördlichen Regionen. In unserer, eher norddeutschen Region bedeutet die Ankunft des Kranichs etwas anderes: Der Herbst ist da. 

Es gibt Tage, da läuft es einfach nicht. Gestern war so ein Tag. Am Anfang spielte die Maus des Computers verrückt, dann wollte dieser die externe Festplatte nicht erkennen. Einen Fehler konnte ich nicht ausmachen und bevor ich damit begann, mich aufzuregen, nahm ich meine Kamera und fuhr ins Feld.

Ich wusste, die frische Luft, die Stille und die Umgebung würde mir gut tun. Die Entscheidung genau das zu tun, war die die richtige Entscheidung der Zug der Kraniche war dort angekommen. Schon von weitem konnte ich ihre unverkennbaren Rufe deutlich hören. 

Jedes Jahr, zum Herbst, ist der Zug der Kraniche ein imposantes Schauspiel. Hunderte der großen Vögel fliegen über die Felder und Wiesen, laut rufend, auf der Suche nach einem geeigneten Rastplatz. Haben sie diesen gefunden, lassen sie sich nach und nach nieder und rasten gemeinsam nach der anstrengenden Reise aus dem Norden. 

 

Der Kranich

Das Gefieder des Kranich zeigt sich überwiegend in einem hellen Blaugrau. Seine Statur ist größer als die eines Weißstorches. Direkt ins Auge fallen einem die langen, schwarz zulaufenden Schirmfedern, die buschig über den Bürzel hinausragen. Der Kopf des Kranich, als auch sein Hals sind schwarz-weiß. Überhören lässt er sich nicht, denn dieser Vogel ist ein Tier, welches durch seine Ruffreude bekannt ist.

Trompetenartige Klänge schallen durch die Luft, während er meist in einer keilförmigen Formation mit den anderen Vögeln unterwegs ist. Aber auch am Boden macht der Kranich sich durch seinen Ruf gerne bemerkbar. Wer allerdings nun glaubt, diese Tiere würden sich gerne beobachten lassen, der täuscht sich. Kraniche sind unfassbar scheue Vögel, die beim kleinsten Anzeichen der Gefahr die Flucht ergreifen.  

Sein Gang ist elegant. Er schreitet über die Wiesen und Felder. Seine roten, stellenweise orangen Augen leuchten und besonders das rote Stelle auf der Kopfplatte des Vogels sticht heraus. Wer allerdings glaubt, hierbei handelt es sich um Gefieder, der liegt falsch. Es ist Haut, da dem Tier dort keine Federn wachsen.

Er kann bis zu 120 cm groß und nahezu 6 kg schwer werden. Seine Flügelspannweite ist beachtlich, von Flügelspitze zu Flügelspitze kann diese über zwei Meter lang sein. Dieser teils majestätisch anmutende Vogel hat bei besten Voraussetzungen eine Lebenserwartung von bis zu 20 Jahren.  

Den Kranich beobachten

Die Tiere kommen aus Skandinavien zu uns. Auch aus dem Baltikum oder aus Weißrussland. Wie viele der Tiere in dieser Region einen Zwischenstopp auf ihrer Reise in wärmere Gefilde einlegen, kann ich nicht sagen. Doch wer die Vögel an ihren Rastplätzen beobachten möchte, sollte wissen, dass die Vögel bei jeder Flucht wertvolle Energie verbrauchen, die sie aber dringend für ihren Weiterflug benötigen.

Laute Geräusche, hektische Bewegungen, helle Kleidung – das alles sind Gründe, die die Kraniche vertreiben und zur Flucht bewegen. Es gilt also, bei der Beobachtung ruhig und verhalten zu sein und die Kraniche auf keinen Fall zu stören.