Es knackt. Es lodert. Die Flammen leuchten auf. Ringsherum ist alles dunkel. Stille. Nur das Lagerfeuer mit seiner knisternden Wärme erzeugt ein stetig wechselndes und doch gleichbleibendes Geräusch. Hier draußen, umgeben von Dunkelheit und Kälte, umringt von hohen Nadelbäumen, auf dem Rücken liegend mit dem Blick zu den Sternen, ist die Welt noch in Ordnung. Atemluft, die sich wie eine dünne Wolke vor den Augen ausbreitet. Zeit für eine Auszeit. Eine Pause. Eine kurze Ruhezeit, bevor der Aufbruch zu neuen Ufern langsam Formen annimmt.

Der Herbst zeigt den Wandel jedes Jahr am deutlichsten an. Während der Frühling den Beginn des neuen Lebens mit zarten Knospen feiert, zelebriert der Herbst den Abschied in einem Meer aus bunten Farben. Große Maschinen fahren die letzte Ernte ein. Die Tage werden kürzer. Die Nächte länger. Und mit der Dunkelheit kehrt die Gemütlichkeit zurück in die Wohnstuben. Kerzenlicht. Heißer Tee. Süßes Gebäck, welches in den frischen Nachmittagsstunden eines Samstags gebacken wurde. Der Herbst ist die Zeit, zur Besinnung zu kommen, aufzuräumen und auszumisten. Zeit, sich auf das Ende vorzubereiten, das mit jedem Winter einher geht. 

Tatsächlich bin ich müde. Mein Kopf schreit nach einer inneren Hygiene. Ausmisten. Entrümpeln. Aufräumen. Alles wegwerfen, für das es keine Verwendung mehr gibt. Dafür braucht es Ruhe, Achtsamkeit und vor allem das Fehlen von Stress. Aus diesem Grund mache ich eine kleine Pause. Ich ziehe den Stecker und kappe jede Verbindung. Nicht erreichbar sein, vielleicht ist das der neue Luxus. Also ziehe ich mich zurück. Vom 17. Oktober bis zum 24. Oktober schalte ich das Smartphone aus, fahr den Rechner runter und genieße das Knistern des Feuers. Vielleicht werde ich Sport machen, vielleicht joggen, Rad fahren oder schwimmen. Vielleicht werde ich am Kamin sitzen und lesen. Keine Ahnung. Ich werde es sehen, wenn es soweit ist.