Familienleben

· Herzlich Willkommen Magen und Darm ·

Magen und Darm. Zwei Worte, die jedes für sich betrachtet ziemlich harmlos wirken. Doch bringt man sie zusammen in einen Satz, der eventuell noch mit den Worten "Wir haben..." beginnt, dann sieht die Sache schon anders aus. Und genauso zeichnet sich das Bild in unseren vier Wänden aktuell ab. Die Mama schläft, die Kinder kotzen und nur der Papa ist noch fit. Alles eine Frage der Zeit. Oder vielleicht der Einstellung. Ich weiß es nicht.

Familienleben. Eine neue Kategorie hier auf dem Blog. Denn ich dachte mir, vielleicht wäre es ganz interessant, neben dem Beruf auch hin und wieder über das Miteinander in unserem kleinen Mikrokosmos zu berichten. Das der erste Artikel dann gleich mit Geschichten über Kotze und Übelkeit beginnen muss, war so eigentlich nicht geplant. Ich hätte auch ja nicht drüberschreiben müssen, aber fakt ist, es gehört nun Mal zum Familienleben. Und gibt es Eltern, die noch nie die Kotze ihrer Kinder weggewischt haben? Ich glaube nicht.

Hier liegen alle flach. Kind eins. Kind zwei. Mama. Und der Hund. Der liegt sowieso die meiste Zeit im Körbchen. Es sei denn, es geht raus. Im Gegensatz zu Kindern und Mutter ist er gesund. Genau wie der Papa. Der kann sich aber nicht hinlegen. Zwischen Fotos bearbeiten und Film schneiden, wird er immer mal wieder gerufen. Wärmeflasche vorbereiten, Körnerkissen aufheizen, Fußboden wischen. Kurz mal gucken, ob jemand Fieber hat. Und dann fängt es draußen auch noch an zu hageln. Irgendwas ist immer.

Wäschewaschen

Vor der Waschmaschine türmen sich die Wäscheberge. Alle von diesem, einen Tag. Denn manchmal ging einfach etwas daneben. Manchmal war jemand nicht schnell genug. Und manchmal ist es einfach auch schöner, etwas anzuziehen, dass frisch, sauber und gesund ist. Etwas, das nicht nach… Ach, lassen wir das.

Zum Glück habe ich meinen Zivildienst beim Caritas Verein in Altenoythe absolviert. In einem Wohnheim für Menschen mit Assistenzbedarf. Die Assistenz bestand dann hin und wieder auch darin, Wäsche zu waschen. Für die Bewohner. Einfach, weil die es selbst nicht konnten. Zu dem Zeitpunkt. Heute mag das anders sein. Keine Ahnung. Aber – und das ist der springende Punkt – ich habe es gelernt. Die verschiedenen Programme, die Zusammensetzung von Waschmittel und Weichspüler. Naja. Gut. Ich habe keine Ahnung. Einfach rein. Programm „Für Männer Dumme“ wählen und ab. Läuft schon. Ob es gut wird? Hoffen wir mal. Ansonsten unterstützen wir ein Stück die Modeindustrie.

Eigentlich ist, dass das Schöne an der Selbstständigkeit. Man kein einspringen, helfen und da sein. Man kann seine Arbeit liegen lassen und sich um die Familie kümmern. Man kann kleine Händchen halten oder große, Wärmflaschen fertigmachen und alles aufräumen, wenn alle schlafen. Und genau das ist jetzt der Fall. Alle schlafen. Ruhig, friedlich, still. Bis wieder einer kotzt.

Und ich? Ich denke, ich dürfte wohl mal etwas essen. Denn so langsam schleicht sich Hunger ein. Mir ist schon ganz übel. Übel vor Hunger. Naja. Hoffen wir mal, dass es Hunger ist.

11. Februar 2018

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