Irgendwann dieser Tage, fiel mir eine Notiz in die Hände. Eine von mir geschriebene Erinnerung, die ich längst vergessen hatte. Ein kleiner Text, der mir davon erzählte, wie wichtig es sei, den eigenen Träumen zu folgen. Ja, so ist das mit derartigen Notizen – sie fallen Dir wieder in die Hände. Manchmal, wenn Du sie wirklich brauchst. Und dann sitzt Du mit einem lachenden Gemüt und einer Träne im Auge am Fenster, beobachtest den Herbst und erkennst, wieviel Zeit wieder an Dir vorbeigerannt ist.   

Der Himmel wird nun schneller dunkel. Die Tage sind kürzer. Die Uhren umgestellt. Abends erhellen Kerzen den Raum und wenn er langsam abkühlt, wird, werfe ich ein weiteres Scheit nach, damit das Feuer neues Futter bekommt. Manchmal pfeift der Wind um die Ecken des alten Hauses und lässt seinen Klang zwischen den Ästen der alten Eiche ertönen. Das übriggeblieben Laub raschelt und lässt den Klang der Siedlungen verstummen. Wolken ziehen durch die Dunkelheit der Nacht und manchmal lassen sie den Blick auf die Sterne zu.    

Nachmittags steht eine dampfende Tasse auf dem Tisch. Etwas Gebäck liegt daneben. Buntes Herbstlaub zieht auf der Terrasse seine Kreise, während ich damit beschäftigt bin, eine weitere Seite aus einem Buch zu lesen. Der Herbst bringt Ruhe und ich nutze sie, um mich selbst etwas zurückzunehmen.    

In den letzten Tagen habe ich mir immer mal wieder Zeit für mich genommen. Abseits von allem. Losgelöst von allen Erwartungen, Terminen und Verpflichtungen. Ich habe mich selbst gefragt, was mir eigentlich wichtig ist und mich dazu entschlossen, alles in meinem Leben darum herum aufzubauen. Und dann fiel mir diese Notiz in die Hände, die mir genau davon erzählt hat und mir leise zuflüsterte, dass am Anfang alles mit einem Traum beginnt.

Leise aufräumen und laut ausmisten.

Zum Jahresende machen die meisten Unternehmen eine Inventur. Sie zählen und bewerten die Dinge, die sie haben. Sie zählen alles und manchmal nutzen sie diese Gelegenheit, um kräftig aufzuräumen. Ob das immer so ist, weiß ich natürlich nicht. Aber in meinem kleinen Gedankenspiel, macht das durchaus Sinn. Und genau das, habe ich nun auch vor. Alles auf den Prüfstand stellen. Leise aufräumen und laut ausmisten. Auf meinem Instagram-Account ist dieser Vorgang schon abgeschlossen. Dort ist aktuell nichts mehr übrig. 

Der Oktober ist vorbei, der November beginnt. Der Herbst neigt sich dem Ende und der Winter steht in den Startlöchern. Die Felder hinter den Vorstadtdächern sind längst abgeerntet und zwischen den Regalen der Geschäfte ertönen die ersten, leisen Melodien. Ich mag diese Zeit, diese Zeit der Veränderung. Diese Zeit, wenn sich alles auf das Ende vorbereitet, um dem Neuanfang seinen notwendigen Raum zu geben.

Wie die Bäume im Herbst das Laub fallen lassen, so werde ich mich in den nächsten Wochen ebenfalls von einigen Dingen trennen. Aufräumen, wegwerfen und loslassen. Dinge aufgeben, die für mich keinen Sinn mehr machen. Die Rollen ablegen, die meinem wahren Ich nicht entsprechen und vielleicht nie entsprochen haben. Und obwohl mir das an der ein oder anderen Stelle echt schwerfallen wird, so ist es nötig und am Ende richtig. 

Kopf- und Nebensachen

Ich brauche den November, um all die Kopf- und Nebensachen zu bewerten, zu sortieren und stellenweise zu entsorgen. Der Prozess, der Weg und die Entscheidung mich wirklich darum zu kümmern, fühlen sich großartig an. Ich weiß zwar, dass ich mit einigen Sachen hadern werde und es mir unfassbar schwer fallen wird, mich von einigen Dingen zu trennen, aber ich weiß, dass es sein muss.

So werde ich mich z.B. von meinem Blog JAGD & FORST trennen. Denn so gerne ich die Idee mag, diesen Blog zu führen, weiß ich dennoch, dass dieses Projekt nicht wirklich dem entspricht, was ich wirklich will. JAGD & FORST und alles, was damit zusammenhängt, ist am Ende nur eine Rolle, die ich nicht ausfüllen kann und wahrscheinlich nicht einmal ausfüllen möchte. Es war eine romantische Idee, die aber am Ende eben doch nicht zu mir passt. Ich bin kein Jäger, kein Förster, kein Mensch, der tief und leidenschaftlich genug in dieser Thematik steckt. Und so ist es nur eine logische Schlussfolgerung dieses Projekt zu beenden. Ich bin nicht gescheitert. Ich gebe nicht auf. Ich lasse nur los, was nicht von mir gehalten werden kann. Das ist alles und genauso ist es richtig. 

Die letzten Tage des Herbstes werden an mir vorbeiziehen. Der Winter wird kommen. Und mit ihm die klaren Winternächte, die jene frische Luft mit sich bringen, die es braucht, um wieder klarer sehen zu können. Aufbrechen. Loslassen. Weiterziehen. Das ist es, was ich tun werde. Und es wird richtig sein, so, wie es immer richtig war. Ich freue mich drauf. Auf diesen Weg, auf den Prozess und auf alles, was da kommen mag. Egal, wie es am Ende aussehen wird. Am Ende, und das weiß ich, wird es sich gut anfühlen. Und genau darauf vertraue ich einfach. So, wie ich es immer getan habe.