MMXVIII Das neue Jahr.

MMXVIII. Zweitausendachtzehn. Mittlerweile sollten die meisten von uns im alltäglichen Wahnsinn angekommen sein. Denn immerhin ist das neue Jahr schon einige Tage alt. Mein Start war nicht besonders. Ohne Glanz und Gloria. Und die einzige Party, die ich erlebt habe, war die Silvesterparty im ZDF. Vor dem Brandenburger Tor. Die war so spektakulär, dass mein Hund so gelangweilt war, dass ihn die Böllerei vor unserem Haus kaum gejuckt hat. Egal. Wie sieht es denn eigentlich mit den  Vorsätzen für 2018 aus? Was passiert alles in diesem Jahr?

Eigentlich gibt es für mich in diesem Jahr keine Vorsätze. Wenn, dann höchsten Ziele. Kleine Ziele, die ich erreichen möchte. Ein Ziel ist zum Beispiel mehr Struktur in meinen Arbeitsalltag zu bringen. Mehr Ordnung. Feste Redaktionspläne für diesen Blog und für Zwischenzeiten. Das Thema Video / Film soll mehr Bedeutung bekommen, denn ich glaube für mich (und für viele andere Unternehmen) wird dieses Thema in diesem Jahr ein wichtiges Thema sein. Und auch das Thema „Fotografie“ wieder seinen Schwerpunkt finden.

Vor kurzem hat Steffen Böttcher das Bloggen zum Arschgeweih im Portfolio der eigenen Karriere erklärt. Vielleicht mag er recht haben. Vielleicht ist das Schreiben eines Blogs angestaubt und riecht dementsprechend elendig. Manchmal fühlt es sich wirklich seltsam an und hin und wieder wird man bestimmt deswegen belächelt. Wenn nicht sogar ausgelacht. Aber genau wie Steffen, werde ich trotzdem weitermachen. Ganz losgelöst davon, ob es irgendwann wieder cool ist oder nicht. Es macht mir Spaß und manchmal ist das Schreiben für mich so etwas wie eine Art Therapie, die den Kopf freimacht. Frei, von dem ganzen Scheiß der sich manchmal darin tummelt.

Scheiß sagt man nicht.

Ich stelle mir das gerade bildlich vor. Mein jüngster Sohn, gerade mal zwei, steht jetzt mit erhobenem Zeigefinger vor mir und sagt: „Scheiß sagt man nicht.“ Bei dem Gedanken muss ich lachen. Weil er es immer und immer wieder sagen würde. Einfach nur um das Wort „Scheiß“ zu benutzen. Und wahrscheinlich hat er recht. Doch manchmal gibt es einfach Dinge, die man nicht anders beschreiben kann. Weil sie einfach scheiße sind. Doch darüber wollte und will ich jetzt gar nicht schreiben. Ein anderes Mal vielleicht. Es ist nicht immer alles Gold was glänzt. Auch, wenn uns die Social Media Welt das so oft vorspielen möchte. Egal. Scheißegal.

Struktur und Ordnung. Ich konnte das nie wirklich. Genauso wie Klavier spielen. Konnte ich auch nie. Trotzdem bin ich ein Freund davon. Vom Klavier spielen. Als auch von Struktur und Ordnung. Früher schon, in der Schule, da habe ich diejenigen beneidet, die das konnten. Die jedes Datum fein säuberlich mit dem Lineal unterstrichen und ihre Ordner bestens sortiert hatten. Langezeit habe ich sie belächelt, obwohl ich insgeheim begeistert war. Spießer. Langweiler. Oder andere Worte, habe ich verwendet, um meine eigene Begeisterung und Unfähigkeit zu überdecken. Wobei ich statt Unfähigkeit eigentlich eher Faulheit verwenden müsste.

Naja. Gut. Mein Jahr startete jetzt nicht so toll. Eher schlecht. Was nicht an der Party am Brandenburger Tor lag, die ich ja über den Fernseher verfolgt hatte. Vielmehr war es eine Nachricht am darauf folgenden Tag. Eine Nachricht, die wie ein Déjà-vu daherkam. Ich möchte gar nicht großartig darüberschreiben, weil es jemanden betrifft, der eher selten im Netz unterwegs ist. Mir bedeutet diese Person sehr, sehr viel und dementsprechend traf es mich ziemlich hart. Nur so viel sei gesagt: Es ist alles scheißegal, solange man gesund ist. Punkt.

Licht.

Manchmal gibt es eben Nachrichten, die Dir die Schuhe ausziehen. Und dann stehst Du regungslos, bewegungslos da und schaust durch die Menge ins Leere. Du siehst nicht mehr viel und obwohl die Welt um Dich herum eine laute Party ist, wirst Du still. Und dann hast Du zwei Optionen. Fallen oder fliegen.

Im Januar vor vier Jahren, habe ich mich dazu entschlossen, nicht mehr zu fallen. Ich wollte nur noch fliegen. Immer. Überall. Ich bin zwar nie so hochgeflogen, wie ich es mir vielleicht erhofft hatte, aber gefallen bin ich nicht mehr. Auch nicht, wenn es manchmal stürmisch war. Und seitdem ich so viel fotografiere, habe ich eh gelernt, den Fokus auf die guten Sachen zu lenken, auch wenn es manchmal nicht wirklich einfach ist.

Der Vorteil, wenn man immer und immer wieder auf der Suche nach dem Schönen ist, liegt darin, dass man ihn irgendwann ganz von alleine findet. Man muss nicht mehr wirklich suchen. Selbst in der dunkelsten Nacht findet man irgendwo ein Licht. Und manchmal erkennt man ganz schnell, dass dieses kleine Blitzen die Reflektion des großen Lichtes ist, dass man auf Anhieb nicht wirklich sieht. Aber es ist da. Irgendwo. Ganz sicher.

MMXVIII.

Ganz ehrlich? Mein Jahr begann mit Angst. Aber irgendwann las ich irgendwo, dass die Angst nicht real ist. Und das der einzige Ort, an dem Angst existieren kann, die Vorstellung unserer Zukunft ist. Lediglich ein Produkt unserer Fantasie. Sie sorgt dafür, dass für uns vor Dingen fürchten, die im Hier und Jetzt gar nicht existieren. Die vielleicht niemals existieren. Ich las irgendwo, dass die Gefahr immer real ist. Immer. Aber Angst nur eine Entscheidung.

Und so habe ich beschlossen, dieses Jahr nicht nur ohne Vorsätze, sondern auch ohne Angst zu beginnen. Vielleicht ist das ja schon ein Vorsatz? Dann hätte ich doch einen. Und ein anderer folgt diesem auf dem Fuß. Leben. Einfach leben. Gesund sein. Glücklich. Und Zufrieden. Und Dinge tun, die Spaß machen. Ja. Vielleicht sollte der Vorsatz lauten, für dieses, für nächstes und für alle, die noch kommen mögen: Den Tagen mehr Leben geben. Denn ganz ehrlich? Wer weiß schon, wie viele Morgen wir noch erleben dürfen? Ich weiß es nicht.