Schon am Samstag war das Osternest fix und fertig. Mit etwas Straßenkreide zog unserer Ältester kleine Pfeile auf die Pflasterung. Für den Osterhasen. Damit er das Nest nicht lange suchen muss. Und er war aufgeregt. Genau wie sein kleiner Bruder. Aufgeregt und voller Vorfreude. Ostern. Der Osterhase. Das Osterfest. Von der Kreuzigung, dem Tod und der Auferstehung haben wir ihnen nichts erzählt. Ist, glaube ich, besser so.

Natürlich war am nächsten Morgen nicht an Schlaf zu denken. Und ich glaube, es ist egal, wann man die Kinder am Vorabend zu Bett bringt. Sie wachen einfach zur gleichen Zeit auf. Vor dem Hahn, der auf dem Mist kräht und ganz bestimmt bevor die ersten Sonnenstrahlen den noch kalten Boden berühren. Egal. Als Eltern hat man sich irgendwann darauf eingestellt, immer mit dem Wissen, dass die Zeiten sich irgendwann wieder ändern und man die Kinder, die dann keine mehr sind, wecken muss. Man war ja selbst mal jung. Damals. Vor Zeiten.

Ostern. Sonntagmorgen. Der Osterhase war da.

Für uns ist, genau wie Weihnachten, Ostern ein Familienfest. Wir verbringen Zeit mit der Familie. Allerdings ist an Ostern irgendwie alles etwas entspannter. Vielleicht liegt es am Frühling, der leise an die Türen klopft. Vielleicht an der Erwartungshaltung, die an Ostern einfach irgendwie nicht existent ist. Keine Ahnung. Spielt auch keine Rolle. Hauptsache, es ist schön.

Und das war es. Am Sonntag. Am Montag. Und überhaupt. Die ganze Zeit. Die Jungs hatten ihre helle Freude, es gab wunderbares Essen, leckere Getränke, tolle Gespräche. Zeit mit den eigenen Geschwistern, während die Kinder mit den Nichten und Neffen spielten. Das Wetter spielte mit, so dass man auch Zeit im Freien verbringen konnte. Alles in allem: Ein sehr gutes Osterfest.