Querfeldein

Die meisten Abenteuer beginnen, wenn Du anfängst, querfeldein zu gehen.

Ganz oben auf meiner Einkaufsliste steht Mückenspray. Das gute Zeug in den roten Flaschen. Die kleinen Biester sind schon wieder aktiv und stechen, was das Zeug hält. Ich kann es Ihnen nicht verübeln, schließlich folgen sie nur ihrem Instinkt. Eine Sache, die uns vielleicht hier und da abhandengekommen ist. 

Mein Weg führt mich querfeldein. Weg von den Wegen und Straßen, abseits der sogenannten Zivilisation. Okay, zugegeben, richtige Wildnis gibt es hier schon lange nicht mehr und das, was wir so gerne als Natur bezeichnen, ist im Grunde nichts anderes als eine Kulturlandschaft. Überall sehe ich Landwirte, die ihre Felder bestellen. Große Maschinen die große Gerätschaften hinter sich herziehen. Die ersten Wiesen sind längst gemäht und dabei ist es schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die vorab die Felder nach den jungen Kitzen absuchen, die sich im hohen Gras verstecken. Sie würden die Erntearbeiten nicht überleben, da ihr Instinkt ihnen in den ersten Wochen ihres Lebens dazu rät, sich zu ducken.

Wenn ich sage, dass ich querfeldein unterwegs bin, könnte die Annahme entstehen, ich würde quer über die Felder und quer über die Wiesen laufen. Nein. Dem möchte ich an dieser Stelle tatsächlich widersprechen. Dem, ist nicht so. Ich laufe nie über die angesäten Felder oder über die Wiesen, die derzeit nicht gemäht sind. Mir würde niemals einfallen, die Ernte der Landwirtschaft oder ihre frische Aussaat zu gefährden oder durch meine großen Füße zu zerstören. Ich laufe gerne an den Rändern entlang und achte bei jedem Schritt darauf, was sich in der Nähe meiner schweren Schuhe befindet. Eine kleine Randnotiz. Der Vollständigkeit halber. 

Querfeldein – warum es schön ist, draußen zu sein.

querfeldein

Ich liebe jede Jahreszeit. Jede hat ihren eigenen Wert. Der Herbst trägt die goldenen Momente, der Winter zeigt mir, wie endlich alles ist. Der Sommer besticht durch Wärme und Licht und der Frühling, er zeigt mir, dass die Kälte immer wieder ein Ende findet. Er zeigt mir, dass es weiter geht. Immer. Und gerade jetzt sehe ich es in allen Ecken, an allen Plätzen und überall, wo ich gerade unterwegs bin. Die Vögel zwitschern in den Ästen der Bäume und Sträucher, die Hasen schlagen ihre Bogen auf den Wiesen, die Rehböcke haben zum Teil längst gefegt und das Leben pulsiert überall. Wirklich. Überall. 

Um das aber wirklich zu sehen, zu erleben und zu fühlen, gehe ich gerne querfeldein. Draußen. Abseits. Am liebsten allein. Manchmal bleibe ich für eine Stunde an einem Ort sitzen und versuche mich, so wenig wie möglich zu bewegen. Und manchmal, aber wirklich nur ganz selten, kommen die Tiere, die vorher vor mir geflüchtet sind, zurück und gehen dem nach, was sie vorher ganz friedlich taten. So entstand auch das Titelbild zu diesem Beitrag. 

Ich glaube ja, dass die meisten kleinen und großen Abenteuer beginnen, wenn wir anfangen, querfeldein zu gehen. Dort, wo die Wege dreckig, staubig und manchmal schwer zu bewältigen sind. Auch ein Grund, warum ich gerne draußen bin, die Abenteuer. Die Momente, in denen ich nicht wirklich weiß, was als nächstes passiert. 

Querfeldein ist Arbeit

Mittlerweile sehe ich das draußen sein, das querfeldein laufen, als Arbeit an. Wobei das Wort Arbeit in diesem Fall nicht negativ behaftet sein soll. Im Gegenteil. Ich liebe, was ich tue und ich bin immer wieder froh, dass ich das, was ich mache, Arbeit nennen darf. Manchmal bin ich für Unternehmen unterwegs, um Landschaftsfotos für diverse Marketingaktivitäten zu schießen. Manchmal laufe ich durch die Gegen, um Fotobeiträge für Reportagen oder Magazine anzufertigen. Und jetzt beginne ich damit, Fotos für meinen eigenen Shop zu schießen, die als Wandbilder demnächst hier erhältlich sein werden.