Bock auf Weihnachten Noch 70 Tage bis zum Fest

Gestern Abend. Durch die großen Scheiben unserer Fenster schaue ich in die tiefschwarze Dunkelheit der Nacht. Über den Fenstern hängen kleine Laternen, deren Kerzen warmes Licht in den Raum tragen. Auf dem Tisch steht eine Schale mit Mandarinen und deren Duft durchflutet das ganze Zimmer. Im Fernsehen läuft ein Film, dem ich kaum Beachtung schenke. Meine Füße liegen unter der dicken Wolldecke, die immer griffbereit auf dem Sofa liegt. Es ist warm, die Heizung auf drei und alles so gemütlich. Ich mache den Fernseher aus, genieße die Stille und merke, wie ich mich langsam auf das kommende Weihnachtsfest freue. Ja. Ich mag Weihnachten.

Es gibt Menschen, die mögen Weihnachten nicht. Menschen, die das Fest schrecklich finden. Und im Grunde genommen, kann ich diese Menschen sogar verstehen. Manchmal wirkt das Weihnachtsfest auf mich stressig. Die Läden sind voll, die Parkplätze noch viel mehr und in den Gesichtern der Menschen steht geschrieben, wie wenig Zeit sie eigentlich haben. Es muss dieses noch besorgt werden und jenes. Der Baum ist noch nicht aufgestellt, die Messe beginnt um fünf – Scheiße – Kein Geschenkpapier im Haus. Und wenn man so Weihnachten feiert, kann ich verstehen, warum man es nicht mag.

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Abenddämmerung Wenn der Tag sich dem Ende neigt...

Der Geruch der Senffelder liegt in der Luft. In der Ferne hört man das Summen der Erntemaschinen. Es ist Herbst. Und während ich darüber nachdenke, fliegen über mir Wildgänse in Richtung Süden. Mein Opa sagte immer, dass sie die ersten Anzeichen des kommenden Winters sind und das, wenn man sie am Himmel sieht, der Schnee nicht lange auf sich warten lässt. Heute denke ich, dass diese Gleichung nicht mehr stimmt.

Wie jeden Abend spaziere ich mit meinem Hund Andor über den hohen Esch. Nicht weit vom Heiligen Häuschen, dessen alte Gemäuer uralte Geschichten erzählen könnten, lasse ich ihn laufen. Er rennt voraus. Dreht sich um. Und kehrt zu mir zurück. Dann rennt er wieder los. Er tobt sich aus. Plötzlich bleibt er stehen. Sein Blick, auf einen Punkt fokussiert. Seine Nase arbeitet. Jeder Muskel seines Körpers ist angespannt. Er verharrt, ohne einen Laut zu geben und hebt dabei einen Vorderlauf an. Ich habe es ihm nicht beigebracht. Er macht es einfach so. Ich stehe neben ihm, beobachte ihn und es scheint mir fast, als würde die Zeit stillstehen.

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