Die Veränderung Halte Dich von der Masse fern

Wenn es eine echte Konstante in meinem Leben gibt, die sich durch all die Jahre wie ein roter Faden zieht, dann ist es die Veränderung. Die Veränderung ist ein Bestandteil meines Lebens. Ich kann sie nicht abschütteln. Auch wenn ich es wollte. Doch mittlerweile möchte ich es gar nicht mehr. Sie gehört zu mir. So sehr, wie der Tod zum Leben dazugehört.

Die Veränderung war immer da. Immer. In jeder Phase meines Lebens. In jedem Jahr. Immer wieder hat sie mir die Hand geschüttelt und mich dabei – mal langsam, mal schnell – in eine andere Richtung gedrückt. Auf einen anderen Weg gelenkt. Manchmal hat mir das Angst gemacht. Manchmal wurde ich traurig. Es gab Tage, an denen ich wütend war und Tage, an denen ich mich freute. Doch jedes Mal, wenn ich mich wehrte, bemerkte ich, dass mir der Widerstand gegen die Veränderung nicht guttat.

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Abenddämmerung Wenn der Tag sich dem Ende neigt...

Der Geruch der Senffelder liegt in der Luft. In der Ferne hört man das Summen der Erntemaschinen. Es ist Herbst. Und während ich darüber nachdenke, fliegen über mir Wildgänse in Richtung Süden. Mein Opa sagte immer, dass sie die ersten Anzeichen des kommenden Winters sind und das, wenn man sie am Himmel sieht, der Schnee nicht lange auf sich warten lässt. Heute denke ich, dass diese Gleichung nicht mehr stimmt.

Wie jeden Abend spaziere ich mit meinem Hund Andor über den hohen Esch. Nicht weit vom Heiligen Häuschen, dessen alte Gemäuer uralte Geschichten erzählen könnten, lasse ich ihn laufen. Er rennt voraus. Dreht sich um. Und kehrt zu mir zurück. Dann rennt er wieder los. Er tobt sich aus. Plötzlich bleibt er stehen. Sein Blick, auf einen Punkt fokussiert. Seine Nase arbeitet. Jeder Muskel seines Körpers ist angespannt. Er verharrt, ohne einen Laut zu geben und hebt dabei einen Vorderlauf an. Ich habe es ihm nicht beigebracht. Er macht es einfach so. Ich stehe neben ihm, beobachte ihn und es scheint mir fast, als würde die Zeit stillstehen.

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Über Zeit und Gewohnheiten „WIR HABEN ZEIT GENUG.“ „NEIN! HABEN WIR NICHT.“

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Man sagt, er gewöhne sich an alles. Es heißt, die Zeit heilt alle Wunden. Und wenn nur genug Zeit vergeht, vergeht auch jeder Schmerz. Doch ich glaube das nicht. Ich glaube, wenn man jemanden verliert, der einem sehr am Herzen lag, dann gewöhnt man sich nie an den Verlust. Und ganz egal, wieviel Zeit vergangen ist, der Schmerz, den man im Herzen spürt, der bleibt für immer.

Vor einigen Wochen feierte Jochen seinen 46. Geburtstag. Es war kein besonders großes Fest. Eher ein Fest in kleinem Rahmen. Die Familie war dar. Und ein paar Freunde. Doch jemand fehlte. So wie er schon die letzten Jahre fehlte. Michael. Jochens bester Freund. Er ist nicht mehr da. Nicht mehr hier. Seit jenem Tag im November lebt er in den Herzen der Menschen weiter, die ihm dort einen festen Platz geschenkt haben.

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