Büsenbachtal
Menschen im Büsenbachtal

Schnee. Soweit das Auge reicht. Knöcheltief. Dazu frostige Temperaturen und Menschen, die auf Abstand, die Winterlandschaft freudestrahlend in sich aufnahmen. Am Samstag war ich im Büsenbachtal unterwegs. In einer der schönsten Heidelandschaften der Lüneburger Heide.

Der 30. Januar 2021. Morgens kurz nach sechs. Mit einer glückseligen Leichtigkeit lege ich die Fototasche auf den Rücksitz meines Wagens. Die Kamera ist gereinigt, die Akkus geladen und die Speicherkarten geleert. Ich gebe die Adressdaten in mein Navigationssystem ein und fahre los. Mein Ziel ist das Büsenbachtal. Dieses Tal gehört zu den schönsten Heidelandschaften der Lüneburger Heide. Doch ich weiß, dass ich von der Heide selbst nicht viel zu sehen bekommen werde.

Der Winter ist zu Gast und dieser Besuch ist der Grund meiner kleinen Reise. Ein Unternehmen der Region hat mich beauftragt, den Winter in Fotos festzuhalten. Ein Privileg in diesen Tagen. Eines, für das ich vollen Herzens dankbar bin, denn wäre der Umstand ein anderer gewesen, ich hätte den Winter in der Heide ungesehen an mir vorbeiziehen lassen.  

Winter im Büsenbachtal

Obwohl die Sonne erst in ein paar Stunden aufgeht, ärgere ich mich etwas darüber, dass ich nicht früher losgefahren bin. Der Winter hat seine Spuren auf die Straßen gezeichnet. Einige Stellen auf dem Asphalt sind vereist und dementsprechend glatt. Ich muss meine Geschwindigkeit den Umständen anpassen. Selbst die Autobahnen sind an diesem Morgen nicht wirklich frei. So ist es kaum verwunderlich, dass ich stellenweise nur mit 80 Kilometern pro Stunde vorwärtskomme. An manchen Stellen sogar langsamer. 

Der kleiner Ärger verfliegt, als die aufgehende Sonne das erste Licht auf die Felder schickt. Leichter Nebel bildet sich, der die Landschaft in ein wunderschönes Bild haucht. Hin und wieder riskiere ich einen Blick, ohne die Aufmerksamkeit auf die Straße zu verlieren. Ein LKW überholt mich und ich muss lachen. Vielleicht bin ich ja doch etwas zu ängstlich. Oder er hat es einfach eilig und nutzt die Gelegenheit, mich zu überholen. Ob es im letzten Endes wirklich etwas gebracht hat, wage ich zu bezweifeln. Im Radio läuft „Endlich wieder Februar“.  

Im Grunde genommen ist es für mich ein Katzensprung in die Lüneburger Heide. Wenn die Temperaturen und die Wetterverhältnisse einigermaßen mitspielen, bin ich in fast zwei Stunden da. Doch an diesem Tag erreiche ich den Wörme, einen Ortsteil der Gemeinde Handeloh nach fast drei Stunden. Egal. Ich fahre auf den Parkplatz, der an der Straße „Am Büsenbach“ liegt und steige aus. Meine Schuhe versinken knöcheltief im Schnee. Zum Glück habe ich meine Gummistiefel eingepackt.  

Nicht allein im Büsenbachtal

Während ich meine Stiefel anziehe, zieht ein junger Familienvater an mir vorbei. Er zieht einen Schlitten hinter sich her, auf dem ein kleiner Junge sitzt. Der Mann grüßt freundlich und ruft mir zu, was das doch für ein wunderbares Wetter ist. Ich grüße zurück und antworte, dass es für den Winter nicht schöner sein könnte. Während die beiden ihren Weg fortführen, dreht der Junge sich um und winkt. Die Vorfreude auf den kommenden Tag ist ihm ins Gesicht gemalt. Zurecht, wie ich finde.  

Ich hole meine Tasche vom Rücksitz, schnappe mir meine Kamera und sehe, wie eine Frau dem Mann folgt. Auch sie zieht einen Schlitten, auf dem ein Junge sitzt. Sie lächelt mir zu und beeilt sich, den Mann einzuholen. Kurze Zeit später holt sie ihn ein und sie machen sich gemeinsam auf den Weg ins Tal, welches auch mein Ziel an diesem Tag sein soll.  

Vom Parkplatz aus starte ich meine Wanderung. Nach einigen Metern eröffnet sich mir eine weite Heidefläche von unglaublicher Schönheit. Quer durch das Tal fließt der kleine Büsenbach, nach dem das Büsenbachtal benannt ist. Auf beiden Seiten des Baches steigen Hügel an, die wahrscheinlich mit Heide bewachsen sind. Hier und da stehen silberweiße Birken. Es ist so still, dass ich glaube, den Bach plätschern zu hören. Aber dem ist nicht so.  

Es ist 9:00 Uhr und ich bin nicht alleine. Hier und da laufen Menschen durch den Schnee und erfreuen sich an der Winterlandschaft. Wahrscheinlich werden es über den Tag noch mehr Menschen sein, was aufgrund der aktuellen Situation und den fehlenden Möglichkeiten nicht verwunderlich ist. Ich für meinen Teil denke darüber nach, dass ich nicht hier gewesen wäre, wenn mein Beruf es nicht zugelassen hätte. Und mit jedem Schritt durch den Schnee, die aufgehende Sonne im Rücken, bin ich froh und dankbar, den Winter hier, im Büsenbachtal erleben zu dürfen. 

Stille im Wald.

Nach einem kurzen Fußmarsch entdecke ich das Ziel der kleinen Familie. Ein Hügel, von dem der Wanderweg ins Tal führt, eignet sich hervorragend, um eine Rodelpartie zu unternehmen. Und aus der Ferne sehe eine kleine Schlange von Menschen, die darauf wartet, den Abhang herunter zu fahren. Ich gehe um den Hügel herum und werfe einen Blick hinauf. Was mich neben dem Abstand, den die Menschen zueinander hält am meisten freut, sind die lachenden Gesichter der Kinder. Es ist schön zu sehen, wie sie an diesem frostig kalten Tag voller Freude den Augenblick genießen können.

Ich möchte sie nicht weiter stören und setzte meine Wanderung fort. Am Horizont, am Ende des Tals, entdecke ich nämlich einen Wald mit zahlreichen, großen Nadelbäumen. Winter im Wald. Die ideale Kulisse für wunderbare Winterfotos. Was mich aber noch mehr beeindruckt als die wunderbare Waldlandschaft mit den hohen Bäumen und dem Schnee auf den Tannenzweigen, ist die Stille, die hier herrscht. Immer wieder erwische ich mich dabei, dass ich kurz stehen bleibe und ihr den nötigen Raum schenke, um mich zu erreichen. Hier ist niemand. Keiner sagt ein Wort. Und neben einer Frau, die mit einigen Hunden unterwegs ist, begegne ich wirklich niemanden.

Gegen Mittag füllt sich das Tal. Mehr Menschen nutzen das gute Wetter und die malerische Winterlandschaft im Büsenbachtal für einen Spaziergang. Ich gehe über eine kleine Seitenstraße in Richtung Parkplatz und sehe, dass immer mehr Autos nach einer Parkmöglichkeit suchen. Da sie meist ortsansässige Kennzeichen haben, entscheide ich mich dazu, meinen Platz zu räumen und weiterzufahren. An einen anderen Ort. Weiter abgelegen.  

Ein Tag in der Lüneburger Heide

Am Nachmittag zieht der Himmel über der Lüneburger Heide wieder zu. Aus den weißen Wolken wird ein graues Gefilde, dass wahrscheinlich neuen Schnee über das Land tragen möchte. Und da die Sonne nicht mehr lange scheinen wird, entschließe ich mich dazu, die Heimreise anzutreten. Es war ein wunderbare Tag im Büsenbachtal und zahlreiche Fotos auf meinen Speicherkarten belegen das. So fahre ich der Heimat entgegen mit wunderbaren Erinnerungen im Gepäck. Gleichzeitig freue ich mich aufs Abendbrot. Zum Essen bin ich an diesem Tag gar nicht gekommen. 

 

Büsenbachtal im WInter

W E R B U N G
Ich war im Auftrag der Elsdorfer Molkerei und Feinkost GmbH unterwegs